Lost & Found

Die Aufgabe der Post ist die zeitgerechte und fehlerfreie Zustellung der ihr anvertrauten Güter. Dies birgt eine Vielzahl von Problemen. Eines davon ist der Verlust von Postsachen und der Umgang damit. Längst nicht immer liegt der Fehler bei der Post. Die Sammlung zeigt die vielfältigen Arten des Verlustes von Postgütern, das Suchen derselben, sowie das Vorgehen beim Auffinden; ebenso auch die Vorkehrungen zur Vorbeugung von Verlusten und versicherungstechnische Massnahmen. Verordnungen, Verfügungen und Weisungen werden erwähnt.

Aktuell stehen Kapitel 1 bis 3 der Sammlung im PDF Format zum Download zur Verfügung

Im Militärdienst? Schon entlassen!

Rückleitvermerke Militärpost: Entlassen - Licencé - Licenziato

Solche Belege sind sehr selten, es werden hier 4 verschiedne Dokumente gezeigt, 2 mit den ersten Rückleitvermerketiketten, eines mit handschriftlicher Notiz, eines mit einem Stempel.

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Beromünster – ein Kleinod:

von der Philatelie übersehen

Beromünster ist geschichtsträchtig, in mannigfaltiger Hinsicht ein Ausnahmeort, dank des Radiosenders in aller Welt bekannt. Und trotzdem ist dieser hübsche Marktflecken auf keiner Briefmarke zu finden. Dass das philatelistische Leben trotzdem blühte, ist auch meinem leider vor einem Jahr verstorbenen Freund Ludwig Suter zu verdanken, einem engagierten Philatelisten und Künstler. Seinem Andenken ist dieses Exponat gewidmet, das nur für hier und jetzt gestaltet wurde. Es sind Leihgaben aus zwei Familienarchiven integriert.

Anhand philatelistischer Belege, Ansichtskarten und weiteren Sammelobjekten wird gezeigt, warum und in welche Briefmarkenausgaben längst ein Sujet aus Beromünster gepasst hätte. Alles mit einem Augenzwinkern!

Die postalische Verwendung von Fiskalmarken in der Schweiz

Seit jeher belegten Obrigkeiten die Bürger mit Abgaben (Fiskus). Bankgeschäfte sind seit 3000 Jahren belegt. Mit dem Prägen der Münzen im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien setzte sich diese Form als Zahlungsmittel durch und damit auch für Steuern aller Art. Davon nicht ausgenommen blieben die Geldtransaktionen, die im Mittelalter immer wichtiger wurden. 1765 führte England das kostenpflichtige Abstempeln aller behördlichen Urkunden im sog. Stamp Act ein, mit der Folge der Unabhängigkeitserklärung der USA.

       Österreich kommt die Rolle als „Erfinder“ der Stempelmarken zu: ab 1854 wurde der Gang zum Stempelamt unnötig, konnte man doch mit den überall verfügbaren Stempelmarken dem Staat die fällige Gebühr für Doku- mente, auch für Geldsendungen, entrichten.

        Der Geldverkehr entwickelte sich auch in der Schweiz zu einem wichtigen Zweig der Post. So waren ab 1860 Geldanweisungen möglich, ab 1874 erledigte die Post auch den Einzug von Geld bei Schuldnern mittels Einzugsmandats. Dies erforderte umfangreiche Vorordnungen; die beigefügten Rechnungen, Quittungen, Wechsel etc. unterlagen unter Umständen einer eidgenössischen Stempelsteuer, in einigen Kantonen einer Fiskalsteuer. Der Bezug dieser Abgabe erfolgte mittels einer kantonalen Stempelmarke, die vom Auftraggeber anzubringen war. Das Vorhandensein derselben musste von der Post kontrolliert werden und war bei Fehlen derselben zu ergänzen.

        Das Exponat zeigt diesen Tätigkeitsbereich der Post auf der Basis der Verordnungen, wie sie im Postverkehrsgesetz aufgeführt sind. Damit ist auch belegt, dass Fiskalmarken integraler Bestandteil der betrieblichen Funktionen der Post waren und nicht nur ein Borderline-Sammelgebiet der Philatelie darstellen.